Tag der offenen Tür am 18.9.2022

Tag der offenen Tür im Straßenbahnmuseum Stuttgart
am Sonntag, 18. September 2022

Am Sonntag, 18. September 2022, laden die Stuttgarter Straßenbahnen AG und der Verein Stuttgarter Historische Straßenbahnen e. V. alle Mitbürgerinnen und Mitbürger zum Tag der offenen Tür im Straßenbahnmuseum, Stuttgart-Bad Cannstatt, Veielbrunnenweg 3, (Ecke Mercedesstraße) ein. Das Museum ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist an diesem Tag frei. Für die Mitfahrt in den historischen Bahnen und Bussen gilt der übliche Tarif. Parkplätze im Umfeld des Museums sind rar. Wir empfehlen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Straßenbahnmuseum von 10 bis 18 Uhr geöffnet – Eintritt frei

  • umfangreicher Fahrbetrieb mit historischen Straßenbahnen auf der Oldtimerlinie 23, ferner einen Buszubringer zum Killesberg (Haltestelle Oskar-Schlemmer-Straße) wo Anschluss zur Killesbergbahn besteht
  • Rundfahrten mit Triebwagen 418 (Baujahr 1925) um das Straßenbahnmuseum
  • musikalische Unterhaltung durch das Akustik-Trio Widmann
  • für unsere kleinen Gäste: Kinderschminken, Glitzertattoos und Ballonmodellage
  • Speisen und Getränke zu familienfreundlichen Preisen im Museumbistro Meterspur

Weitere Infos und Fahrpläne auf der SHB-Webseite unter:
Stuttgarter Historische Straßenbahnen e. V. (SHB) online: Tag d. offenen Tür (shb-ev.net)

Rückblick: O-Bus 22 zu Gast in Solingen

Der Solinger O-Bus feierte am Wochenende 18.6 und 19.6.2022 sein 70-jähriges Bestehen. Wir waren auf dem Jubiläumsfest mit einem Verkaufsstand sowie einer Modellstraßenbahnanlage der “IG Spur Z” vertreten. Auch der Esslinger O-Bus 22, welcher von uns ehrenamtlich betreut und eingesetzt wird, reiste mit nach Solingen und absolvierte an beiden Tagen einige Sonderfahrten. Die Veranstaltung haben wir in einem kleinen Video zusammengefasst.

Seit 25 Jahren ein Stuttgarter

Heute vor 25 Jahren hieß es für den Kriegsstraßenbahnwagen 64 Abschied von seiner ersten Wirkungsstätte bei der Heidelberger Straßen- und Bergbahn zu nehmen. Sein Ziel: Das Straßenbahnmuseum in Stuttgart-Zuffenhausen. Aber wie kam es überhaupt dazu?
Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs war ein großer Teil des Wagenparks der SSB irreparabel beschädigt und verloren. Um eine schnelle Lösung für den Wagenmangel zu schaffen baute die Heidelberger Waggonfabrik Fuchs sogenannte Kriegsstraßenbahnwagen für mehrere Verkehrsbetriebe darunter auch Heidelberg und Stuttgart. Die Konstruktion orientierte sich an Plänen für einen einheitlichen Straßenbahnwagen für ganz Deutschland, der aber durch die Kriegsjahre nie in Großserie gebaut wurde. Die SSB besaß ursprünglich 23 Triebwagen dieses Typs, welcher ab 1946 Einzug in den Wagenpark erhielt. Die Wagen waren, durch die nachkriegsbedingte Materialknappheit, sehr spartanisch eingerichtet, sodass sie bereits nach wenigen Einsatzjahren aus der Zeit gefallen und überholt waren. In Stuttgart wurden die Wagen zwar umfassend modernisiert um die Nutzungsdauer zu verlängern, jedoch blieb kein Stuttgarter Original erhalten und alle Fahrzeuge wurden bis 1969 verschrottet.
Dennoch handelt es sich bei dem Wagentyp um einen interessanten Zeitzeugen der ersten Nachkriegsjahre. So reifte Anfang der 1990er-Jahre die Idee, auch in Stuttgart einen solchen Wagen zu erhalten. Da aber alle originalen Stuttgarter Triebwagen bereits verschrottet waren sah man sich in anderen Städten um mit dem Ziel einen solchen Wagen zu übernehmen. Nach der Begutachtung mehrerer Fahrzeuge setzte sich schließlich der Heidelberger Wagen mit der Nummer 64 durch. Dieser wurde dort zuletzt als Arbeitswagen genutzt und nach seiner Abstellung zum Verkauf angeboten.
Am 26.04.1996 ging es dann, huckepack auf einem Straßenschwertransporter, auf den Weg von Heidelberg nach Stuttgart. Seitdem befindet sich der Wagen, immer wieder mit Unterbrechungen durch andere dringlichere Projekte, in der Aufarbeitung. In den letzten Jahren nahm das Projekt wieder deutlich an Fahrt auf und die Aufarbeitung ging mit großen Schritten voran. Wir sind zuversichtlich, dass der Wagen in den nächsten Jahren erstmalig auf Stuttgarts Gleisen eigenständig fahren kann. Da die Stuttgarter Fahrzeuge die Nummern 726 bis 748 trugen lag es nahe dem „Heidelberger“ die unbesetzte Nummer 749 zu geben. Aktuelle Infos zum Projektstand finden Sie hier auf unserem Blog.

Gleich geschafft – Triebwagen 64 wird aufgeladen im Betriebshof in Heidelberg. (Foto: Jürgen Daur)

Nach rund 120 Kilometern ist es geschafft und der KSW 64 steht bald auf dem Boden seiner neuen Heimat! (Foto: Jürgen Daur)

Auch Oldtimerfahren will gelernt sein

Wie für das Auto benötigt man für eine Straßenbahn auch eine Art Führerschein, bei uns Fahrberechtigung genannt.

Aktuell sind wieder drei Fahrer dabei auf weiteren Fahrzeugen eingelernt zu werden. Vor einiger Zeit hatten diese eine Ausbildung zum Straßenbahnfahren erhalten, die nun erweitert wird.

Im Folgenden ein paar Impressionen.

Mitfahren ist wie gewohnt an jedem Sonntag zwischen Straßenbahnmuseum und Ruhbank sowie zurück möglich.

Morgendlicher Fotohalt an der Oldtimerhaltestelle Budapester Platz im Europaviertel. (Bild: Martin Daur)

Um 6:00 Uhr früh sind unsere Oldtimer normalerweise nicht anzutreffen. Triebwagen und Beiwagen kurz vor dem Ausrücken im Hof hinter dem Museum. (Bild: Martin Daur)

TW 276 mit BW 1241 an der Ruhbank. Das Fahrverhalten mit verschiedenen Beiwagen wird auch geübt, da durch das unterschiedliche Gewicht und die verschiedenen Bauarten der Bremsen, der Zugverband sich auch unterschiedlich verhält. (Bild: Martin Daur)


Das Gespann vor den historischen Häusern in der Nordbahnhofstraße. (Bild: Alexander Blank)