Getriebekästen für den Kriegsstraßenbahnwagen

Für das Projekt Kriegsstraßenbahnwagen 749 konnten wir die Aufarbeitung der sogenannten Getriebekästen, also die Schutzeinhausungen der Zahnräder zwischen Motor und Achse, fertig stellen. Nachdem die Getriebekästen wurden neu lackiert waren, wurden die Filzdichtungen erneuert. Die Getriebekästen sind nun bereit mit den Motoren gemeinsam am Fahrgestell montiert zu werden, sobald die Aufarbeitung dieser abgeschossen ist.

Nebeneinander auf der Palette warten die Getriebekästen nun auf ihre Montage. (Bild: Alexander Blank)

Frische Farbe für den Fußboden

Bevor die neu angefertigten Fußbodenleisten für den Kriegsstraßenbahnwagen 749 eingebaut werden können, wurden die alten Leisten nun komplett entfernt. Nun konnten noch vorhandenen Löcher der Kabeldurchführung mit Holz verfüllt werden. Anschließend wurden die Unregelmäßigkeiten mit Spachtelmasse verfüllt und der gesamte Boden abgeschliffen. Zum Schluss erhielt der Fußboden eine Neulackierung in “eisengrau”. Der Wiedereinbau der neuen Fußbodenleisten kann demnächst erfolgen.

So sah der Boden vor Beginn der Arbeiten aus. (Bild: Rüdiger Grabowski)
Ohne Leisten, gespachtelt, abgeschliffen, so wartet der Boden auf die Farbe. (Bild: Dominik Broens)
Der aktuelle Stand: fertig lackiert. (Bild: Dominik Broens)

Seit 25 Jahren ein Stuttgarter

Heute vor 25 Jahren hieß es für den Kriegsstraßenbahnwagen 64 Abschied von seiner ersten Wirkungsstätte bei der Heidelberger Straßen- und Bergbahn zu nehmen. Sein Ziel: Das Straßenbahnmuseum in Stuttgart-Zuffenhausen. Aber wie kam es überhaupt dazu?
Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs war ein großer Teil des Wagenparks der SSB irreparabel beschädigt und verloren. Um eine schnelle Lösung für den Wagenmangel zu schaffen baute die Heidelberger Waggonfabrik Fuchs sogenannte Kriegsstraßenbahnwagen für mehrere Verkehrsbetriebe darunter auch Heidelberg und Stuttgart. Die Konstruktion orientierte sich an Plänen für einen einheitlichen Straßenbahnwagen für ganz Deutschland, der aber durch die Kriegsjahre nie in Großserie gebaut wurde. Die SSB besaß ursprünglich 23 Triebwagen dieses Typs, welcher ab 1946 Einzug in den Wagenpark erhielt. Die Wagen waren, durch die nachkriegsbedingte Materialknappheit, sehr spartanisch eingerichtet, sodass sie bereits nach wenigen Einsatzjahren aus der Zeit gefallen und überholt waren. In Stuttgart wurden die Wagen zwar umfassend modernisiert um die Nutzungsdauer zu verlängern, jedoch blieb kein Stuttgarter Original erhalten und alle Fahrzeuge wurden bis 1969 verschrottet.
Dennoch handelt es sich bei dem Wagentyp um einen interessanten Zeitzeugen der ersten Nachkriegsjahre. So reifte Anfang der 1990er-Jahre die Idee, auch in Stuttgart einen solchen Wagen zu erhalten. Da aber alle originalen Stuttgarter Triebwagen bereits verschrottet waren sah man sich in anderen Städten um mit dem Ziel einen solchen Wagen zu übernehmen. Nach der Begutachtung mehrerer Fahrzeuge setzte sich schließlich der Heidelberger Wagen mit der Nummer 64 durch. Dieser wurde dort zuletzt als Arbeitswagen genutzt und nach seiner Abstellung zum Verkauf angeboten.
Am 26.04.1996 ging es dann, huckepack auf einem Straßenschwertransporter, auf den Weg von Heidelberg nach Stuttgart. Seitdem befindet sich der Wagen, immer wieder mit Unterbrechungen durch andere dringlichere Projekte, in der Aufarbeitung. In den letzten Jahren nahm das Projekt wieder deutlich an Fahrt auf und die Aufarbeitung ging mit großen Schritten voran. Wir sind zuversichtlich, dass der Wagen in den nächsten Jahren erstmalig auf Stuttgarts Gleisen eigenständig fahren kann. Da die Stuttgarter Fahrzeuge die Nummern 726 bis 748 trugen lag es nahe dem „Heidelberger“ die unbesetzte Nummer 749 zu geben. Aktuelle Infos zum Projektstand finden Sie hier auf unserem Blog.

Gleich geschafft – Triebwagen 64 wird aufgeladen im Betriebshof in Heidelberg. (Foto: Jürgen Daur)

Nach rund 120 Kilometern ist es geschafft und der KSW 64 steht bald auf dem Boden seiner neuen Heimat! (Foto: Jürgen Daur)

Ein neuer Ecksitz für den KSW

Erste konzeptionelle Überlegungen bezüglich der Sitzkonfiguration des Kriegsstraßenbahnwagens 749 sahen vor, dass das Fahrzeug mehr Sitzplätze erhält als es in Stuttgart in diesem Fahrzeugzustand der Fall war. Allerdings haben sich im Projektverlauf andere Rahmenbedingungen bezüglich des späteren Einsatzes ergeben, was dazu führte noch einmal in sich zu gehen. Deshalb haben wir schon vor einiger Zeit entschieden die Sitzaufteilung wie 1946 üblich auszuführen. Dafür war es nötig, dass ein Ecksitz aus Holz nach einem Muster neu angefertigt wird. Diese arbeiten konnten nun abgeschlossen werden. Optisch ist der neue Sitz fast nicht von den originalen Ecksitzen zu unterscheiden. Nun ist die Bestuhlung der KSW komplett und kann, sobald der Fußboden fertig aufgearbeitet ist, eingebaut werden.

Links der originale Sitz, rechts die Neuanfertigung. Ein minimaler Farbunterschied lies sich nicht vermeiden. (Bild: Alex Blank)
Eine Detailansicht des neuen Sitzes. (Bild: Alex Blank)

Neue Fußbodenleisten für den KSW

Für den Kriegsstraßenbahnwagen 749 mussten wir einige rund zwei Meter lange Fußbodenleisten neu anfertigen. Dies ist nötig, da sich die Bestuhlung im Vergleich zum Heidelberger Zustand ändern wird. Die neuen Leisten können demnächst im Fahrzeug montiert werden.

Die Fußbodenleisten warten vor der Museumswerksatt darauf mit Leinöl behandelt zu werden. (Bild: Alexander Blank)

Lackierung der Getriebekästen

Auch die Getriebekästen des Kriegsstraßenbahnwagen 749 müssen noch in passendem Schwarz lackiert werden. Dazu wurden sie angeschliffen und grundiert. Wenn die Grundierung getrocknet ist, kann der Lack aufgetragen werden.

Die Getriebekästen warten darauf, dass die Grundierung getrocknet ist. (Bild: Rüdiger Grabowski)

Probeweise, ein Fahrschaltergeschränk!

Im KSW 749 gibt es nun eine Neuheit zu entdecken. Auf der B-Seite (hinten) wurde das erste Fahrschaltergeschränk probeweise aufgebaut. Dies dient dazu, die genauen Platzverhältnisse für die Elektrik besser einschätzen zu können.

Vor dem Einbau… (Bild: Dominik Broens)
…und danach. Nun sieht es gleich vielmehr nach Straßenbahnwagen aus! (Bild: Dominik Broens)

Ausgebremst!

Unser Kriegsstraßenbahnwagen 749 hat seine Bremsmechanik wieder installiert bekommen. Diese wurde gereinigt, entrostet und komplett neu lackiert.

Weitere Teile für das Fahrgestell müssen noch neu lackiert werden, wie die Getriebekästen und die Tatzlager, an welchen der Motor befestigt wird.

Ein Überblick: der aktuelle Stand des Fahrgestells. (Bild: Alexander Blank)
Ein Blick auf die wieder montierte Bremsbacke. (Bild: Alexander Blank)
(Bild: Alexander Blank)

Auf der Zielgeraden…

… befindet sich die Aufarbeitung der Einzelteile des Bremsgestänges. Fast alle Teile sind bereits fertig lackiert und warten auf ihren Einbau.

Die letzten Teile auf der Werkbank. (Bild: Felix Schorr)

Aufarbeitung von Fahrgestellteilen

Für das Fahrgestell des KSW 749 arbeiten wir fortlaufend Teile auf. Die demontierten Teile werden entweder Sandgestrahlt oder mit einer Drahtbürste von Rost und Farbe befreit. Anschließend werden die Teile neu grundiert und lackiert. Dann können die Teile dann wieder am Fahrgestell montiert werden.

(Bild: Alexander Blank)
(Bild: Alexander Blank)