Ade, Haltestelle Staatsgalerie!

Ein Ende nach 48 Jahren Betrieb. Und was bedeutet das für den SHB e.V.?

(Bild: Maximilian Such)

Mit der Inbetriebnahme der neuen Haltestelle Staatsgalerie am 12.09.2020 ist nun Schicht im Schacht für ihre Vorgängerin. Diese hatte stolze 48 Jahre lang, den Stuttgartern und Anfangs der U-Straßenbahn, später auch der Stadtbahn, Dienst getan. Selbst unserer Oldtimerlinien hielten zeitweise dort. Vielen Stuttgartern wird der am 9. Mai 1972 eröffnete Bau mit seinen großen beleuchteten Stationsschilden sicher im Gedächtnis bleiben.

Hier beginnt unsere Aufgabe! Da die Halltestellenausstattung nicht mehr benötigt wird, war es möglich, sie für zukünftige Erweiterungen der Ausstellung zu übernehmen. So bauten wir, am vergangen Samstag, die fürs Museum brauchbaren Teile, mit ca. 15 Freiwilligen aus. Wir danken der SSB Haltestellenmeisterei, für die freundliche Genehmigung dieses Unterfangens.

(Bild: Alexander Blank)
(Bild: Maximilian Such)
(Bild: Maximilian Such)

Eine Sonnenblende für den Stadtbahnprototyp

Nicht wegen der aktuell hohen Temperaturen, sondern schlicht aus Realitätsgründen, fehlte unserem 3006 eine Sonnenblende im Fahrerstand. Ursprünglich besaßen alle drei Stadtbahnprototypen eine Sonnenblende. Leider waren diese nicht mehr vorhanden, sodass baugleiche Sonnenblenden als Ersatz angeschafft werden mussten. Da die U-Bahnwagen des Typs DT1, welche bei der U-Bahn Nürnberg zum Einsatz kommen, die selben Sonnenblenden besitzen, ergab sich die Möglichkeit zwei dieser zu übernehmen. An dieser Stelle, herzlichen Dank an die “VAG Nürnberg” und die “Freunde der Nürnberg-Fürther Straßenbahn e.V.” für die Spende dieser Teile.

Alles im Führerstand wirkt so als könnte man sofort losfahren. (Bild: Alexander Blank)

Auch zwei passende Tachos konnten wir aus Nürnberg übernehmen. Zusammen mit dem bereits ergänzten Mikrofon ist der Führerstand des 3006 nun wieder komplett.

(Bild: Alexander Blank)

Es werde Licht: Beleuchtung für Wagen 3006

Seit dem Umzug des Straßenbahnmuseums von Zuffenhausen nach Bad Cannstatt im Jahr 2007, wurde der Stadtbahn-Prototyp für die Öffentlichkeit unzugänglich zuerst im Betriebshof Heslach und seit 2018 schließlich in der oberen Halle des Museums hinterstellt. Um dieses interessante Fahrzeug den Museumsbesuchern im Rahmen kurzweiliger Führungen näher bringen zu können, arbeiten wir derzeit an der Aufarbeitung des Wagens 3006, angefangen mit der Beleuchtung.

Nachdem bis Ende 2019 die Stromlaufpläne gezeichnet und eine Liste der zu bestellenden Komponenten erstellt wurde, konnten wir im neuen Jahr endlich mit der praktischen Umsetzung beginnen.

Als Einbauort für die benötigten Netzteile, Sicherungen etc. wählten wir eines der beiden Geschränke am hinteren Wagenende. Da dort in der Vergangenheit zahlreiche elektronische Geräte ausgebaut wurden, war reichlich Platz für unsere Einbauten vorhanden.

Im Geschränk am sogenannten Kurzkuppelende “verstecken” sich die Netzteile und Sicherungen. (Bild: Christian Müller)

Zuerst wurde die Fahrgastraum-Beleuchtung an die neue Stromversorgung angeschlossen. Dank des guten Zustands konnte die Inbetriebnahme schnell und problemlos durchgeführt werden.

Hell, freundlich, einladend: So aufgeräumt zeigt sich Wagen 3006 bisher nur selten. (Bild: Christian Müller)

Etwas mehr Aufwand war für den Anschluss der Scheinwerfer und des Spitzenlichts nötig. Durch eigens montierte Kunststoffrohre legen die Stromleitungen knapp 20 Meter zurück, bevor die Fahrzeugfront erreicht ist.

Die für die damalige Zeit hochmodernen digitalen Zielanzeigen enthalten je 3-4 Leuchtstoffröhren, welche ebenfalls wieder angeschlossen wurden. Da aber fast alle Röhren defekt sind, wird es noch etwas dauern, bis die Anzeigen wieder vollständig beleuchtet sind.

Die große Zielanzeige der Fahrzeugfront im ausgebauten Zustand. (Bild: Christian Müller)

Die Beleuchtung war aber nur der Anfang: Im Moment arbeiten wir an der Wiederinbetriebnahme von zwei Türen. Und langfristig soll auch der Wagen 3001 wieder zum Leben erwachen. Auch darüber werden wir an dieser Stelle ausführlich berichten.

(Bild: Christian Müller)

Ergänzung von Details am Stadtbahnprototyp

Leider fehlen am bzw. im Stadtbahnprototypen 3006 einige Gerätschaften und Accessoires. Beispielsweise muss noch ein passender Tacho und ein Mikrofon für den Führerstand des Prototyps gefunden werden.

Im Führerstand sind noch einige Details zu ergänzen. (Bild: Alexander Blank)
Der Wagen hat bereits wieder eine Scheibenwaschanlage. (Bild: Alexander Blank)
(Bild: Alexander Blank)